Das eigentliche Highlight auf dem Messestand von MAN Truck & Bus bleibt bis zum Start der IAA-Transportation am 14. September noch geheim. Der Münchener Hersteller wird erst auf der Messe den letzten Schleier von seinem nochmals überarbeiteten Fernverkehrsmodell ziehen.
Was man dagegen heute schon kommunizieren darf: Die TGS- und TGX-Baureihe erhält darüber hinaus weitere Aufwertungen im Detail. Wie die Option auf die neue, elektronische Anhängerstabilisierungsbremse, die besonders bei Fahrten auf Gebirgsstrecken, Forststraßen oder bei schwierigen Witterungsbedingungen hilfreich ist. Durch ein stärkeres Abbremsen des Anhängers lässt sich das Risiko des Klappmessereffektes reduzieren. Dabei bietet die vom Gesetzgeber freigegebene Bremse drei vom Fahrer anwählbare Modi.
Sollte es mit leerem Hänger beispielsweise mal beim Wenden eng werden oder man will einen Tieflader ausziehen, kann man die Anhängerbremse per Tastendruck für einige Sekunden manuell aktivieren. Für Bergabfahrten kann der Fahrer/die Fahrerin zusätzlich im Display einen voreingestellten Wert programmieren, um den der Anhänger mehr bremsen soll als das Zugfahrzeug. Oder man wählt den Automatikmodus, bei dem die Elektronik selbst entscheidet, welcher Bremsdruck am Anhänger in welcher Situation der Richtige ist.
Verbesserter GPS-Tempomat
Weitere Verbesserungen lässt MAN seinem vorausschauenden Tempomaten „Efficient-Cruise“ zu Teil werden. Bislang bremste das System vor Kreiseln oder Ortsdurchfahrten nur ab und das Fahrpersonal musste übernehmen.
Ab sofort kann das MAN-System Kreisel und Ortsdurchfahrten nun selbstständig durchrollen, womit der Fahrer nur noch lenken muss. Dabei merkt sich die Elektronik die vor einem Kreisel geltende Höchstgeschwindigkeit und beschleunigt nach dem Kreisel wieder automatisch auf dieses Tempo, sofern kein anderes Schild kommt.
Echte Praxiskenntnis beweisen die MAN-Ingenieure zusätzlich durch clevere Details. So kann sich das Fahrpersonal über die Lenkradtasten seine Wunschgeschwindigkeiten für Autobahn, Landstraße und Ortsdurchfahrten abspeichern. Anstatt der der erlaubten 80, 60 oder 50 km/h berücksichtigt die Elektronik daher auch leicht höhere oder niedrigere Tempi, die dem Geschmack des Fahrers/der Fahrerin entsprechen. Auf diese Weise erhofft sich MAN eine höhere Akzeptanz des Systems.
Der Frontspiegel kehrt zurück
Zu guter Letzt bringt MAN sogar noch eine Neuheit mit nach Hannover, die eher einem Downsizing entspricht. Ab sofort kann man nämlich anstatt der digitalen Lösung des Frontspiegels wieder einen analogen Spiegel oben rechts unterhalb der Sonnenblende wählen, auch wenn man das Opti-View-Kamerasystem bestellt. Womit MAN kostenbewusster Kundschaft eine weitere Wahlmöglichkeit offeriert.