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Test & Technik: Wie sicher sind E-Fahrzeuge?

26.03.2021 15:00 Uhr | Lesezeit: 3 min
Test & Technik: Wie sicher sind E-Fahrzeuge?
Horrorszenario: Ein Lkw (hier ein Vertreter mit Dieselantrieb) geht plötzlich in Flammen auf
© Foto: benjaminnolte/Fotolia

Stromschläge, instabile Karosserie, hohe Brandgefahr: Elektroautos eilen neben der Reichweitenthematik auch viele sicherheitsrelevante Vorurteile voraus. Was ist dran?

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„Achtung, Hochspannung!“ Einen solchen Aufkleber werden Sie höchstwahrscheinlich irgendwo an jedem Elektrofahrzeug in Deutschland finden. Stellen Sie sich vor, Sie kämen als Ersthelfer zu einem Unfall, an dem ein E-Auto beteiligt ist. Die Karosserie ist verbogen, Kabel abgetrennt, es riecht vielleicht irgendwie „verkokelt“ – trauen Sie sich, das Fahrzeug anzufassen?

Mit dem hartnäckigen Mythos der Gefahr eines elektrischen Schlages hat TRUCKER sich an Frank Hüsch von der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg gewandt.

Frank Hüsch schult seit Jahren Rettungskräfte für den richtigen Umgang mit E-Mobilen. Er sagt: „Es ist physikalisch nahezu ausgeschlossen, einen Stromschlag zu bekommen, selbst wenn das Auto unter Strom steht. Selbst wenn die Karosserie unter Spannung stehen würde, könnte der Strom nicht über den Körper abfließen, weil es keine richtige Erdung gibt.“ Aber auch die Hersteller haben vorgesorgt. Dr. Anton Müller, ein führender Entwickler bei MAN: „Kommt es zum Beispiel wegen eines Unfalls zu einem Kurzschluss, greifen verschiedene Systeme ein. Bei hohen Strömen schmilzt die Hauptsicherung. Damit ist der Kurzschlussstrom unterbrochen und die Schütze trennen die Batterie vom Hochvolt-Netz.“ Heißt: keine Spannung auf den Kabeln. Ergo, keine Schockgefahr.

Crashtest: Bei Dekra wurden Elektrofahrzeuge absichtlich in Pfosten geschleudert
© Foto: Dekra Unfallforschung

Kann ein Akku einfach Feuer fangen?

Ein weiterer Punkt auf der Mythen-Liste: Die Akkus sind angeblich extrem brandanfällig. Bei der Dekra-Unfallforschung hat man sich diesem Punkt recht unorthodox genähert – die Tüftler haben versucht, eine Batterie in Brand zu stecken. Mit einem spannenden Ergebnis, wie der Unfallforscher Markus Egelhaaf berichtet: „Am Ende ist uns das Auto komplett abgebrannt, bevor die Batterie gebrannt hat.“ Von Feuer allein wird der Akku nicht wirklich beschädigt. Es braucht, so die Forscher, entweder eine viel zu hohe Spannung, beispielsweise durch einen Fehler am Ladegerät oder eine starke mechanische Verformung des Akkus. Und selbst dann – siehe Bild – fängt ein E-Auto nicht gleich Feuer. Beide Fälle sind laut Egelhaaf „äußerst selten“. Übrigens ist ein Elektrofahrzeug dank verstärkter Aufhängung für den Akku sogar etwas formstabiler als ein herkömmliches Auto.

Wenige Brände mit großer Wirkung

Klar ist aber auch: Wenn so ein Akku brennt, dann richtig. Die Zellen können imposant explodieren, was natürlich Eindruck macht und nicht ungefährlich ist. Problem: Genau diese Szenen landen schließlich im Internet und sorgen dafür, dass der E-Mobilität einige Vorurteile vorauseilen, die rein statistisch gesehen überhaupt nicht belegbar sind.

Insgesamt kann man als Fahrer gelassen sein. Die Hersteller stecken in die Entwicklung von Elektroautos ein Vielfaches an Arbeit. Anton Müller hat es schön auf den Punkt gebracht: „Meiner Überzeugung nach sind Elektrofahrzeuge sogar sicherer als Verbrenner, weil sie nach ganz anderen Kriterien gebaut werden. Wir haben immensen Aufwand in die Entwicklung der Sicherheitssysteme gesteckt. Ich kann damit wirklich gut schlafen.“

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