Studie: Fachkräftemangel spitzt sich zu

Immer gefragter: Lkw-Fahrer gehören zu den in Deutschland am schwierigsten zu besetzenden Jobs, konstatiert eine aktuelle Studie
© Foto: Jens Büttner/dpa/picture-alliance

Laut der Studie „Fachkräftemangel 2019“ im Auftrag der ManpowerGroup gehört der Berufskraftfahrer zu den Top 10 der am schwierigsten zu besetzenden Stellen.


Datum:
20.02.2020
Autor:
Anja Kiewitt
Lesezeit: 
2 min

2 Kommentare

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Der Berufskraftfahrer gehört zu den Top 10 der am schwierigsten zu besetzenden Stellen 2019. Das geht aus der neuen Studie „Fachkräftemangel 2019“ des Personaldienstleisters Manpowergroup hervor. Demnach klagt in Europa jeder zweite der befragten 13.000 Arbeitgeber über generelle Probleme bei der Suche nach Beschäftigten – zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Grund ist die Akademisierung der Arbeitswelt. „In Europa haben bereits 40,7 Prozent der 30- bis 34-Jährigen einen Hochschulabschluss,“ sagt Angela Olsen, Vorsitzende der Geschäftsführung der ManpowerGroup. „Außerdem trauen sich weiterhin zu wenige Frauen und Mädchen an die sogenannten MINT-Berufe“, also Fachkräfte aus dem Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. 

Potenzial aus dem Ausland

Besonders gravierend ist der Fachkräftemangel in Rumänien, Griechenland, Kroatien und Ungarn. Vergleichsweise wenig Probleme haben Firmen in Großbritannien, Irland und Norwegen. Diese Länder profitieren stark von der Freizügigkeit und Zuwanderung. Nach dem Brexit könnte sich dieser Vorteil auflösen. „Ausländische Fachkräfte können auch deutschen Unternehmen helfen, die Lücke bei Handwerk und MINT-Berufen zu schließen“, so Olsen. „Arbeitgeber müssen junge Talente wieder für handwerkliche und MINT-Berufe begeistern, sonst droht ihnen ein massives Problem. Dabei kann mit Weiterbildungen oder einem Wechsel auch innerhalb des Unternehmens Wissen aufgebaut werden. Eine weitere Quelle sind externe Pools mit Freelancern oder Zeitarbeitnehmern“, rät die Expertin.

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KOMMENTARE


Ingo Müller

20.02.2020 - 17:57 Uhr

Erzählt man schon seit gefühlten 30 Jahren und es wird immer noch keiner in Gold aufgewogen... Den Scheiß will halt keiner mehr machen und das ist verständlich bei miesen Arbeitsbedingungen und schlechter Bezahlung.


Phil None

21.02.2020 - 12:34 Uhr

Wenn man den Verdienst sieht und entsprechend den Stress und die Auslastung der Spediteure sieht wundert mich auch nichts, dass so ein Mangel existiert. Amazon wirbt aktuell mit "Flex-Fahrern" für 25 Euro die Stunde. Klingt erstmal gut, bis man berechnet, man nimmt sein eigenes Fahrzeug, Versicherung, Sprit, Risiken u.s.w. Leider nur halbherzig gedacht und ausgeführt. Wie will man mit so einem Dumpingverhalten auch Leute für den teils schon sehr stressigen und auch stellenweiße hochverantwortlichen Job interessieren?


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