Megamarsch – jeder kann mitmachen


Datum:
28.02.2020
Autor:
John Aukenthaler
Lesezeit: 
6 min

3 Kommentare

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Die beiden Männer entladen hier, wie schon bei den vorherigen Stationen, mit einem Mitnahmestapler, den Schein dafür hat Sven nämlich auch. Mitten in den Aufbauarbeiten tauchen zwei vereinzelte Läufer auf, die den Marsch eher als Marathon sehen. „Da kann praktisch jeder mitmachen“, erklärt Sven, dessen Sohn auch schon bei einem Megamarsch dabei war.

An ein Ereignis erinnert sich Sven besonders: „Einmal war einer so motiviert, der hat sogar mit Herzschrittmacher teilgenommen“, erzählt er, während er sein Fahrzeug wieder abfahrbereit macht. „Auf der Strecke ist er dann zusammengebrochen.“ Zum Glück ging am Ende alles gut und der Teilnehmer schaffte es ins Ziel.

Vom gelernten Tischler zum routinierten Lkw-Fahrer

Sven setzt zum Endspurt an. Auf der Fahrt zur letzten Station erzählt er, warum er so gerne Lkw fährt. Er war als kleiner Junge regelmäßig bei einem Bekannten auf Touren nach Italien dabei. Gelernt hat er mit der Ausbildung zum Tischler dennoch erst einen anderen Beruf. „Als ich den Gesellenbrief in der Tasche hatte, wollte ich dann doch lieber Lkw fahren“, erzählt er.

Auch der Stapler arbeitet hart: Hier fährt Sven mit Getränkekisten die letzten Meter zu einer Verpflegungsstation
© Foto: John Aukenthaler/TRUCKER

Großveranstaltungen wie der Megamarsch bringen ihn auch heute noch dazu, wieder auf Achse zu gehen. „Bei diesen Fahrten in der Eventlogistik musst du dich immer auf Neues einstellen, weil du nie weißt, was kommt“, berichtet er. Allerdings schätzt er auch seinen Schreibtischjob. „Wenn du 20 Jahre fährst, dann bist du immer weg von der Familie“, sagt Sven.

Im kleinen Ort Eichelborn, südöstlich von Erfurt, heißt es inzwischen durchatmen: Die letzte Station ist erreicht. Seine wichtigste Aufgabe beim Megamarsch hat Sven damit erfüllt und alle Stationen rechtzeitig beliefert. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt ihm und seinem Lkw aber nicht. Während die Teilnehmer weiter in Richtung Ziel marschieren, geht es für Sven zurück zur ersten Station. Hier muss er das, was übrig geblieben ist, wieder aufladen. Erst dann darf auch er wohlverdient über die Ziellinie fahren.


Megamarsch – die Story in kurz

Ein Megamarsch ist eine sportliche Veranstaltung, bei der die Teilnehmer versuchen, zu Fuß innerhalb einer vorgegebenen Zeit eine bestimmte Distanz zu meistern. Dabei gibt es zwei Kategorien: 50 Kilometer und 100 Kilometer. Mitmachen kann jeder, der die körperliche und mentale Herausforderung sucht. Entstanden ist das Konzept 2016, während sich zwei Freunde bei einem Bier über sportliche Veranstaltungen unterhielten. Das erste Event, in der Nähe von Köln, war mit 200 Teilnehmern noch vergleichsweise klein. Heute nehmen mehrere Tausend Menschen an den Wanderungen teil, die bei Berlin, Hamburg, Erfurt und vielen weiteren Städten regelmäßig stattfinden. Immer im Fokus steht dabei die sportliche Herausforderung und das Ziel, an seine persönlichen Grenzen zu gehen. Weitere Informationen auf: www.megamarsch.de



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KOMMENTARE


Steffi

02.03.2020 - 11:21 Uhr

Ein klasse Bericht über die Logistik eines Mega-Events. :) Toll wiedergegeben.


Nela

02.03.2020 - 12:06 Uhr

Tolle Arbeit. Ich bin immer sehr froh über die vielen leckeren Sachen an den Ständen und die Möglichkeit, sich mal kurz zu setzen. Vielen Dank für deinen Einsatz. Schöner Artikel.


Stephan

02.03.2020 - 16:53 Uhr

Wir haben bislang an 5 Megamärschen teilgenommen. Über die körperliche und mentale Anstrengung übersieht man leicht die vielen helfenden Hände im Hintergrund, die zum Gelingen einer solchen Veranstaltung nötig sind: Voluntäre, Sanis und eben auch die Just-In-Time Logistik für Start, Ziel und die Versorgungspunkte auf der Strecke. Daher ein riesengroßes Dankeschön an alle freundlichen "Heinzelmännchen", die zwar nicht im Rampenlicht stehen, ohne die aber schlicht gar nix ginge.


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