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Auch Rewe, Spar, Stiegl und Weiss testen


Datum:
14.02.2020
Autor:
Gerhard Grünig
Lesezeit: 
7 min
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Bei Rewe testen Istvan Nemeth (r.) und Boban Stevanovic. Sie dokumentieren alle Messwerte akribisch
© Foto: MAN

Rewe

Rewe liefert Frischwaren vom Kühllager zu Verbrauchermärkten in die City. In der Spätschicht zwischen 15 und 24 Uhr ist Istvan Nemeth mit dem E-TGM auf zwei bis drei Touren unterwegs. Der 53-Jährige arbeitet seit 23 Jahren als Lkw-Fahrer bei Rewe, doch ein so außergewöhnliches Arbeitsgerät ist ihm bislang nicht begegnet. „Der reagiert sofort auf jede kleinste Bewegung am Pedal. Die erste Runde damit war unglaublich. Ich hatte einfach nur ein Grinsen im Gesicht – und hab es noch!“, fasst er seine Eindrücke zusammen.

Dennoch hat der gelernte Automechaniker auch ein paar Macken seines Prototypen kennengelernt ... „Nicht so toll, aber ich denke, es ist gut, wenn Schwachstellen sich jetzt zeigen.“ Probleme mit der Reichweite hatte aber noch keiner der Fahrer, berichtet Istvan. „Gestern hatte ich knapp 100 Kilometer, immer Hebebühneneinsatz, viel Kühlleistung und trotzdem noch gute 40 Prozent des Akkus übrig. Mit dem E-Lkw möglichst wirtschaftlich zu fahren, ist außerdem ein besonderer Ansporn für mich, denn hier hast du das ja sofort digital vor Augen.“ Wenn er den Truck zum Schichtende an die 150-kW-Hochleistungsladesäule gehängt hat, trägt er alle Daten penibel in eine Tabelle ein.

Die Notizen seines Kollegen sind das Erste, was Boban Stevanovic liest, nachdem er den Ladevorgang der Lkw-Akkus überprüft hat. Er startet als Nächster zur Frühschicht. „Wir tauschen uns intensiv über unseren E-Lkw aus“, erklärt Boban. „Er ist schließlich unser Baby. Klingt ein bisschen verrückt, ist aber so.“ Sein Sohn, erzählt er, besuche die Höhere Technische Lehranstalt, „und seine Klassenkameraden haben mich gelöchert mit Fragen, als sie mitbekommen haben, dass ich einen E-Lkw fahre.“ Boban fällt ein positives Urteil: „Er ist komfortabel, geht richtig gut vom Fleck und schont die Umwelt.“ Die Fahrer haben inzwischen über 20.000 Testkilometer gesammelt und sind angetan. In der High-Power-Charging-Station wird der TGM E in 45 Minuten voll aufgeladen.

Spar

Seit Mitte September testet Spar den MAN TGM 26.360 E im Verteilerverkehr in Graz.   Fahrer und Tester ist Martin Neumann: „Ich finde es genial, mit dem E-Truck zu fahren. Kann man nicht beschreiben, muss man erleben. Ich möchte den Lkw ungern wieder hergeben“, so sein bisheriges Fazit. Der MAN ist zu über 40 Kunden im Einsatz und kommt auf eine Reichweite von bis zu 180 Kilometern. Mit Kühlkoffer, elektrischer Kühlung und Ladebordwand ist er auf die Lebensmittellogistik ausgelegt.

„In der Frühschicht fahre ich drei bis vier Kunden an und insgesamt etwa 70 Kilometer, dann fährt der Kollege am Nachmittag die gleiche Dis­tanz. Ich nutze dabei maximal 50 Prozent des Akkus. Wir könnten beide Schichten fahren, ohne in der Mittagspause zu laden. Da wir aber Verderbliches an Bord haben, gehen wir auf Nummer sicher“, so Martin.

Mit umgerechnet 360 PS hat der E-Truck 100 PS weniger als sein vorheriger Diesel-MAN. „Er beschleunigt aber besser. Daran, dass bestimmte Geräusche fehlen, habe ich mich schnell gewöhnt – wobei ich sie nicht vermisse. Die erste Tätigkeit am Morgen? Das Prüfen, ob er vollgeladen ist. Das ist nichts anders als Tanken.“

Der Lkw wird mit eigenem Ökostrom aus Windkraft und Sonnenenergie betankt
© Foto: MAN

Weiss

Seit Mitte September 2018 ist der TGM 26.360 E mit Wechselbrückenkonfiguration in der Niederlassung Maria-Lanzendorf von Weiss im Praxisein­satz. Er transportiert Getränke. Zu Schichtbeginn um 5.45 Uhr macht sich Fahrer Milenko Stankovic auf die 30 Kilometer lange Anfahrt nach Bad Vöslau. In der Regel hat er Leergut oder Paletten vom Vortag dabei. Die Strecke über die Autobahn macht Spaß: „Ich bin sehr positiv überrascht“, beschreibt er seine Eindrücke. „Auf der ersten Runde hatte ich noch großen Respekt wegen des Starkstroms.“

Regelmäßig dokumentiert er alles, was sein „Elek­tro-Baby“ angeht, und teilt es mit der MAN Service Crew in Leopoldsdorf. „Mir taugt der total!“, bekräftigt Milenko. Anfangs stellte Weiss einen weiteren Lkw als Reserve parat, falls der E-Lkw ausfällt. Ist aber nicht passiert.

Stiegl

Der E-Truck von Stiegl-Fahrer Dominik Lackner zieht ebenso viele Blicke auf sich wie die Stiegl-Bierkutschen. „Seit ich mit dem Gerät unterwegs bin, sprechen mich jeden Tag Leute an“, erzählt er. „Ich war schon immer ein großer Lkw-Fan, und ich mochte den TGM schon zuvor. Jetzt habe ich den E-Lkw und will gar keinen anderen mehr! ... Der Truck geht echt ab wie eine Rakete. Und er funktioniert gut.“ Gespannt ist der Testfahrer darauf, wie er sich in der kalten Jahreszeit schlagen wird.

Strom getankt wird nachts an der 44-kW-Ladestelle der Brauerei. Dominik tourt im Umkreis von 50 Kilometern um Salzburg und benutzt rund 30-mal am Tag die elektrische Hebebühne. „Die Großkundenbelieferung ist völlig prob­lemlos zu meistern. Ich bin noch nicht einmal an die Grenzen der Akkus gekommen.“

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