Weitere Komponenten im Test


Datum:
08.10.2019
Autor:
Jan Burgdorf
Lesezeit: 
10 min

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Motor im Kurzurteil

Laufruhiger Erdgasmotor mit überdurchschnittlicher Kraftentfaltung bei niedrigen Drehzahlen

Das Volvo-System erfordert mit LNG, Diesel und AdBlue drei Betriebsstoffe.

Vergleichsweise kleiner LNG-Tank

Kabinen-Wertung

Von außen ist die normale Globetrotter-Kabine vom Globetrotter XL kaum zu unterscheiden. Bei letzterem steigt das Hochdach steiler an, was einen um 15 cm höheren Innenraum zur Folge hat. Die Stehhöhe misst auf dem Motortunnel (9 cm) 2,11 Meter, die 1,96 Meter des normalen Globetrotters dürften den meisten Fahrern aber bereits genügen, um aufrecht stehen zu können. Ebenfalls größer fällt im XL das Volumen der Stauschränke oberhalb der Frontscheibe aus, die Volvo mit gut bedienbaren Rollos verschließt. Egal ob Globetrotter oder Globetrotter XL, bei der Kabinenlänge reizt der Hersteller den zur Verfügung stehenden Raum nicht aus, weshalb die Volvo-Kabinen im Vergleich kleiner ausfallen als bei den meisten Wettbewerbern. Hier können die Schweden aber mittlerweile über die um 25 Zentimeter nach hinten verlängerte XXL-Kabine Abhilfe schaffen. Dann ist das XL-Hochdach aber gesetzt.

33-Liter-Kühlbox, drehbarer Beifahrersitz, die Kaffeemaschine gibt’s im Volvo-Zubehör
© Foto: Karel Sefrna

Verflüssigtes Erdgas für mehr Reichweite

Bei LNG (Liquefied Natural Gas) handelt es sich um verflüssigtes Erdgas. Damit dieses seinen natürlichen Aggregatszustand von gasförmig zu flüssig wechselt, muss es in der Raffinerie auf knapp minus 160 Grad Celsius heruntergekühlt werden. Lohn der Mühe: Flüssig weist Erdgas nur etwa ein Sechshundertstel des Volumens als im gasförmigen Zustand auf. Dadurch lässt sich in einer Tankfüllung mehr Energie speichern, sprich die Reichweite des Lkw deutlich erhöhen. Bevor das Gas in den Brennraum des Motors gelangt, wird es über einen Wärmetauscher wieder in den gasförmigen Zustand erwärmt, auf den richtigen Betriebsdruck gebracht und anschließend in den Zylinder geblasen. Brennbar ist Erdgas im flüssigen Zustand übrigens nicht. Außerdem sollen die stabilen Cryo-Tanks im Falle eines Falles sogar einem Feuer mühelos standhalten, wobei das Gas dann über mehrere Sicherheitsventile kontrolliert in die Atmosphäre entweichen kann.

Nicht ungefährlich ist dagegen die Kälte des LNG, die im Ernstfall zu schlimmen Hautverbrennungen führen kann. Beim Tanken sind deshalb Schutzbrille, langärmlige Kleidung und geschlossene Schuhe Pflicht. Ansonsten ist der Betankungsvorgang nicht viel komplizierter als Diesel zu zapfen. Auch die Zeit, die das Füllen der LNG-Tanks benötigt, ist ungefähr vergleichbar.

Fazit – Für Leichtes den Kleinen

Der 420er-LNG entpuppt sich als Überraschung unseres Vergleichs. Die schwächere Einstellung legt eine nochmals bessere Charakteristik an den Tag als der stärkere 460er und kommt mit niedrigeren Drehzahlen noch etwas besser zurecht. Auch beim Verbrauch hat der stärkere Gas-Motor das Nachsehen. Der dürfte dafür bei 40-Tonnen-Einsätzen deutlich besser performen und ist für solche Fälle dann sicher die bessere Wahl.


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Jarek R.: Wir hatten im Unternehmen zwei Gas-Fahrzeuge, allerdings von Iveco. Einmal mit LPG und der zweite mit CNG. Beide Zugmaschinen haben nichts getaugt, die Reichweite war nicht mal ansatzweise so wie angegeben, das Tankstellennetz grauenhaft und die Zugmaschinen hatten so gut wie keine Power. Zum Tanken mussten wir absatteln, sonst wären wir nicht an die Säule gekommen, denn es gibt kaum CNG- und LPG-Tanksäulen und das Betanken dauerte ewig.

Kai K.: Ja, der Iveco CNG 460 ist tatsächlich etwas träge. Aber so schlimm fand ich das jetzt auch wieder nicht. Man wird da selbst auch etwas ruhiger. Und bezüglich Tankstellen-Netz kann ich das nicht bestätigen. Vor der Tour die Tankstopps mit einer guten App einplanen, dann ist das kein Problem. Und das Betanken ist in 10 bis 15 Minuten auch erledigt – gute Gelegenheit, die Scheiben zu putzen oder die Alcoas zu wienern. :-)

Frank B.: Die Spedition Kruse Jun. aus Brunsbüttel hat schon einige FH mit LNG-Antrieb laufen.

Sascha I.: Ja, ich fahre einen Volvo FH 460 LNG. Kaum spürbarer Unterschied im Vergleich zum Diesel. Bin echt positiv überrascht!

Tim F.: Unserem Chef gefällt an LNG sicher die Mautbefreiung am besten. Aber ich komme mit meinem 460er-Gas-Volvo gut zurecht, aber ein 420er-LNG müsste echt nicht sein.



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