ENGIE Vianeo baut seine Ladeinfrastruktur für schwere Elektro-Nutzfahrzeuge in Deutschland weiter aus. Am Kempe’s Autohof Ansbach soll ein neuer Ladepark mit insgesamt acht Ladepunkten für E-Lkw entstehen. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2027 vorgesehen.
Der Standort liegt direkt an der Autobahn A6 und damit an einer wichtigen Ost-West-Verbindung des Güterverkehrs. Die Strecke verbindet über Nürnberg den Großraum Rhein-Neckar mit der tschechischen Grenze und gehört zum transeuropäischen Verkehrsnetz.
Zwei MCS-Ladepunkte mit bis zu 1.000 kW
Der geplante Ladepark erhält zwei Ladepunkte mit Megawatt Charging System (MCS). Sie sollen Ladeleistungen von bis zu 1.000 Kilowatt ermöglichen und damit insbesondere für schwere E-Lkw mit großen Batteriekapazitäten ausgelegt sein.
Hinzu kommen sechs Ladepunkte mit Combined Charging System (CCS). ENGIE Vianeo übernimmt das gesamte Projekt von der Investition und Errichtung bis zum späteren Betrieb.
Mit der Kombination aus MCS und CCS soll der Standort unterschiedliche Anforderungen elektrischer Nutzfahrzeuge abdecken.
Autohof bietet Infrastruktur für Lkw-Fahrer
Für Transportunternehmen spielt neben der Ladeleistung auch die Ausstattung eines Ladeorts eine wichtige Rolle. Am Autohof Ansbach stehen gesicherte Lkw-Parkplätze sowie Aufenthalts- und Rastmöglichkeiten zur Verfügung.
Zum Angebot gehören außerdem ein Restaurant, ein rund um die Uhr geöffneter Shop sowie Sanitäranlagen mit Duschen. Ladevorgänge können damit möglichst mit Pausen und Ruhezeiten der Fahrer verbunden werden.
ENGIE Vianeo entwickelt rund 50 Lkw-Ladestandorte
ENGIE Vianeo ist seit Juli 2025 auf dem deutschen Markt aktiv. Neben dem neuen Projekt in Ansbach entwickelt das Unternehmen unter anderem Ladeinfrastruktur am Seehafen Kiel.
Zudem gehört ENGIE Vianeo zu den Unternehmen, die im Auftrag des Bundes und der Autobahn GmbH Teile des geplanten Lkw-Schnellladenetzes an unbewirtschafteten Rastanlagen aufbauen.
Insgesamt befinden sich nach Unternehmensangaben derzeit rund 50 auf Nutzfahrzeuge ausgerichtete Ladestandorte in Deutschland in der Entwicklung.
Ausbau der Ladeinfrastruktur entlang wichtiger Logistikachsen
Bis 2030 will ENGIE Vianeo europaweit 1.000 Ladepunkte für schwere Elektro-Nutzfahrzeuge betreiben. Standorte entlang wichtiger Transit- und Logistikachsen spielen dabei eine zentrale Rolle.
Für den Hochlauf von E-Lkw sind solche Ladeparks insbesondere im Fernverkehr relevant. Während ein großer Teil des Energiebedarfs voraussichtlich auf Betriebshöfen gedeckt wird, benötigen Transportunternehmen entlang der Hauptverkehrsachsen zusätzliche leistungsfähige Ladepunkte. Der neue Standort an der A6 soll dafür ab Mitte 2027 weitere Kapazität bereitstellen.